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Olaf Nägele: Biografie

So, so, Sie wollen also etwas über den Autor Olaf Nägele erfahren.

Zum Beispiel wie ich zum Schreiben gekommen bin? Es begab sich im Jahre 1969, ich hatte eben das zarte Alter von sechs Jahren erreicht, da schickten mich meine Eltern mitsamt einem enormen Pappkegel, gefüllt mit allerlei Süßkram, in einen unansehnlichen Bau, den sie Schule nannten. Dort erfuhren wir zunächst, dass es ganz unschicklich ist, dem Nebensitzer mit dem Tintenfüller ins Genick zu pieken und danach, dass man mit dem Schreibgerät eigenartige Zeichen zu Papier bringen kann. Die Zeichen nannten sich Buchstaben, zusammengefügt ergaben sie Worte, aneinandergereiht Sätze. Ja, so war das: So kam ich zum Schreiben. Ich erspare Ihnen die Details wie ich zum Lesen kam. Nur so viel sei verraten: Ein wackelnder Tisch, meines Vaters Lieblingsbuch und eine schallende Ohrfeige waren die prägenden Merkmale dieser Episode.

Jahre später, nachdem ich die Hoffnung aufgegeben hatte, doch noch einen Plattenvertrag in Millionenhöhe ausgehändigt zu bekommen oder für Hollywood entdeckt zu werden, besann ich mich auf die Fähigkeit des Schreibens und tingelte durch Hamburgs Werbeagenturen. Die Ergebnisse sorgten mindestens für so viel Heiterkeit wie meine Humoresken, auch wenn ich durchaus seriöse Absichten hatte. Und wieder machte ich aus der Not eine Tugend. Ich schrieb nur noch Humoresken.

Die kamen wiederum in meiner kleinen Heimatstadt Esslingen besser an als in der Elb-Metropole und so zog ich wieder ins Ländle. Dort schrieb ich weiter und zwar Geschichten über den Unbill des Alltags und Hörspiele. Und da meine Protagonisten überwiegend aus der Region stammten, verfasste ich die Dialoge in Schwäbisch. Wie sollten diese Menschen denn sonst reden?

Mein überaus aufmerksamer Verleger Titus Häussermann bemerkte, dass in meinen Büchern nur die anderen Personen schwäbisch sprechen, niemals aber die "Ich-Figur". Erklären kann ich das nicht, aber ich entgegne diesem berechtigten Einwand mit dem Leitsatz unserer Tage, der symbolisch für den Optimismus in der Welt steht: Ja, i kann des au!

Meilen-Steine (in Auszügen)

2001
Eintritt in der Esslinger Autorengruppe "Wortkommission"
2002
Erste Lesung im Treffpunkt Scharnhausen mit Susanne Rauchhaus, Nina Blazon, Karin Barden
2003
Erste Veröffentlichungen "Maschinenglück" und "Schriller die Nerven nie klingen"
2004
Das Hörspiel "Wenn der Nachbar zweimal klingelt..." wird zum 1. Mal im SWR gesendet
2005
Der Schauspieler Jo Jung liest "Dekaden-Schwaden" im Rahmen von "Stadt im Fluss"
2006
Lesung "15 Minuten – Oh, wenn du doch geschwiegen hättest, Andy Warhol" mit Nina Blazon bei der "Buchhandlung Die Zeitgenossen"
"Nahaufnahmen": Lesung mit Anne Birk, Stadtbücherei Esslingen
Hörspiel "Weinwanderung wider Willen", SWR Tübingen
2007
"Maultaschi Goreng" erscheint, Buchvorstellung im Kabarett der Galgenstricke
Lesung auf dem Tübinger Bücherfest
Lesung im Rahmen der langen Ostnacht, Theater im Depot, Stuttgart
Lesung beim Literaturfest im Rahmen der LESART, Esslingen
2008
Hörspiel "Romantik für Jedermann", SWR Tübingen
"Ha Noi Express" erscheint, Buchvorstellung im Kabarett der Galgenstricke
2009
Erste Lesung außerhalb Baden-Württembergs: "Atelier auf der Uhlenhorst", Hamburg
Lesung beim Literaturfestival in Brünn, Tschechien
"Im Bann der Esslinger Tore": Teilnahme an der Stadtinszenierung im Rahmen von "Stadt im Fluss", Esslingen
2010
Erste Bewährungsprobe im Badischen: Marktplatzlesung in Hausach wird zum vollen Erfolg
Roman "Gsälz auf unserer Haut" (geschrieben mit Julie Leuze) erscheint
Ehrenurkunde von der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg für die Kurzgeschichte "Die Sache mit Gege"
200-Wörter-Roman "Koi Druck, Koi Verpflichtung" im der Monatszeitschrift Lift, Stuttgart
2011
Lesungen, Lesungen, Lesungen und ein äußerst folgenreiches Zusammentreffen mit dem Schauspieler und Musiker Frank Stöckle (der Kerle weicht mir seither nicht mehr von der Seite – gut so)
"Gsälz auf unserer Haut" geht in die 3. Auflage
2012
"Das Flädle-Orakel" erscheint
Start der Lesereihe "Nägele mit Köpf" auf dem Marktplatz in Hausach


 
 

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Olaf Nägele, 2009