Navigation überspringen und zur Seitenüberschrift gehen.

Süßherzen-Archiv

Das Süßherz der Saison, Juni 2007:
Nina Blazon

Nina Blazon mit Weihnachtsdekoration im Juni!

Wenn jemand die Rubrik "Süßholz für Süßherzen" eröffnen darf, dann kann das nur eine sein: meine an Liebreiz, Charme und Lebensweisheit nicht zu übertreffende Büro- und Autorenkollegin Nina Blazon.

Seit dem Jahr 2002 teilen wir uns nun schon die 35 Quadratmeter des Textariums im Herzen Esslingens, tippen, bis die Tasten glühen oder führen Dialoge wie diesen:
"Kommst Du mit zum Mittagessen?"
"Nee, ich kann jetzt noch nicht. Ich stecke mitten in einer Schlacht."

Tja, Disziplin hat einen Namen und der Erfolg bleibt bei so viel Eifer natürlich auch nicht aus. Mit ihrem Debut "Im Bann des Fluchträgers" sicherte sie sich den Wolfgang-Hohlbein-Preis 2003 und ist seitdem eine begehrte Jugend-Fantasy-Autorin.
Einen Roman nach dem anderen zieht Nina aus ihrem Drucker, zehn sind bereits am Markt der elfte erscheint dieser Tage und der zwölfte ist natürlich längst in Arbeit.

Mit ihren historischen Jugendromanen über Christina von Schweden und Katharina die Große sowie den Krimis "Der Bund der Wölfe" und "Der Maskenmörder von London" hat sie ihr eigenes Portfolio erweitert. Wie es dazu kam? "Nach dem 'Jungfrau zum Kinde'-Prinzip", beteuert Nina. "Ein Verlag hatte Bedarf an historischen Stoffen, ein anderer fragte zeitgleich nach zeitgenössischem Krimi. Und die Fantasy-Autorin saß am Schreibtisch und grübelte, ob sie den Sprung in die kalten Gewässer dieser unbekannten Genres überleben oder jämmerlich untergehen würde." Sie tat das, was am unbequemsten war: Sie sprang.

Treibende Kraft für die Grenzüberschreitungen zwischen den Genres ist der Spaß im Umgang mit kriminalistischen Motiven. "Krimi ist mein absolutes Steckenpferd", sagt die 37-Jährige. Deshalb mogle sie auch in ihre Fantasy- und historischen Roman Krimielemente hinein.

An Stoffen für weitere Werke mangelt es Nina nicht. Neben dem unbeackerten Feld Science Fiction, gibt es noch eine Liste an historischen Persönlichkeiten, über die sie gern schreiben würde: die Piratin Mary Read zum Beispiel erscheint darauf, Iwan der Schreckliche, der Entdecker Francisco de Orellana und diverse Weltreisende. "Faszinieren würde mich außerdem die Lebensgeschichte eines bisher noch recht unbekannten, aber erfrischend exzentrischen (Tresen-) Dichters irischer Herkunft: Oliver O’Deen", witzelt sie. Wohl wissend, dass Oliver O’Deen eher durch seine Trinkfestigkeit und sein ruppiges Gebahren denn durch seinen literarischen Ausstoß in Erscheinung trat.

Ob es irgendwann auch einmal einen Roman für Erwachsene geben wird, weiß Nina noch nicht so recht. "In den Tiefen der Schublade schlummern so einige Manuskripte, Skizzen und Ideen von historisch bis phantastisch. Mal sehen, ob sie eines Tages dem Tageslicht standhalten", sagt die Meisterin des Understatement. Bleibt zu hoffen, dass sie sich irgendwann dazu durchringen oder von ihren Fans genötigt wird, diesen Stoff zu veröffentlichen. Denn wer schon mal einen "Blazon" in der Hand hatte, weiß, dass ihre Bücher von einer außerordentlich bildhaften Sprache leben, die keine Altersgrenze kennt. Leset und erkennet.

nach oben

Olaf Nägele, 2007