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Süßholz für Süßherzen

Das Süßherz der Saison, August 2011:
Julie Leuze

Julie Leuze

Ja, ja, es grenzt fast an Frevel. Da hat sie fast ein Jahr lang mit mir an "Gsälz auf unserer Haut" zusammengearbeitet, hat unzählige Lesungen mit mir bestritten, ist auch sonst ein reizender Mensch und bekommt erst jetzt das längst fällige Porträt. Die Rede ist natürlich von Julie Leuze und es ist allerhöchste Zeit, dass sie zum "Süßherz der Saison" gekürt wird. Ich habe mich mit ihr getroffen, um über den Beruf und die Berufung Schriftsteller zu reden und wie sie das mit ihrer Rolle als dreifache Mutter vereinbart.
 

Olaf
Auf deiner Homepage ist zu lesen, dass du in der Schriftstellerei deinen Traumberuf gefunden hast. Was ist für sich daran so traumhaft?

Julie
Ich habe einfach das Gefühl, meine Berufung gefunden zu haben. Ich frage nicht mehr, ob meine Arbeit sinnvoll ist, ich empfinde sie so. Ich freue mich jeden Tag (na ja, fast) aufs Schreiben, und ich finde es toll, wie vielseitig die Schriftstellerei ist: Man recherchiert, beschäftigt sich mit immer neuen Themen, plant Szenen, versetzt sich in die unterschiedlichsten Charaktere hinein, spielt mit der Sprache. Wunderbar!

Olaf
Du hast schwäbische Geistergeschichten verfasst, einen Liebesroman geschrieben, einen Ratgeber über die Erziehung hochsensibler Kinder und hast gerade die Arbeit an einem historischen und an einem heiteren Roman für den Silberburg Verlag abgeschlossen. Was von alledem hat dir am meisten Spaß gemacht?

Julie
Wenn ich mich entscheiden muss... hat mich wohl die Arbeit am historischen Roman am meisten gefesselt. Da war es wirklich so, dass ich es morgens kaum erwarten konnte, den PC anzuschalten. Für die Zukunft möchte ich mich in den Bereichen historischer Roman und heiterer Frauenroman positionieren. Mal sehen, ob es klappt.

Olaf
Gerade durch den historischen Roman bist du ja auf dem Weg in die Liga der Autoren, die vom Schreiben leben können. Hat sich für dich dadurch etwas verändert?

Julie
In meinem Alltag nicht. Aber die Anerkennung tut dem Selbstbewusstsein schon gut. Trotzdem versuche ich, mich gefühlsmäßig nicht allzu sehr von dieser Anerkennung abhängig zu machen. Wer weiß, wie’s in fünf Jahren aussieht?

Olaf
Autorin, Journalistin und dreifache Mutter. Irgendwie klingt das nach sehr viel Stress. Wie bekommst du diese Rollen unter einen Hut? Wie disziplinierst du dich? Wie sieht so ein Julie Leuze Tag aus?

Julie
Journalistisch arbeite ich kaum mehr, diese Rolle fällt also schon mal weg. Und ansonsten brauche ich mich gar nicht so sehr zu disziplinieren, weil mich das, was ich zu tun habe, glücklich macht: schreiben (vormittags) und mich um die Kinder kümmern (nachmittags). Klar ist es auch mal stressig, nervig oder anstrengend, es gibt Abgabetermine, Kinderkrankheiten, geistige Dürrezeiten während der Arbeit an einem Buch. Aber meistens bin ich einfach nur dankbar, dass ich so leben darf, wie ich es tue. Was ich nicht zuletzt meinem Mann zu verdanken habe, weil er mich in jeder Hinsicht unterstützt. Außerdem habe ich in den letzten Jahren gelernt, wie wichtig Auszeiten sind: mal ein, zwei Tage alleine irgendwohin fahren, abends mit Freunden ausgehen, ein Wochenende ohne Kinder nur mit meinem Mann verbringen... so etwas gönne ich mir immer wieder.

Olaf
Woran arbeitest du derzeit?

Julie
An einem heiteren Frauenroman für den Silberburg Verlag.

Olaf
Bleibt neben Familie und Beruf eigentlich auch Platz für Hobbies? Wenn ja, welche?

Julie
Klar: Lesen (was sonst). Im Garten arbeiten. Und, ich gebe es zu, mich mit spirituellen und esoterischen Themen beschäftigen. Das tut mir wahnsinnig gut, auch wenn ich mich dabei manchmal zu Dingen hinreißen lasse, über die ich ein paar Tage später lachen muss oder die ziemlich peinlich sind. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich z.B. mal einen indianischen Schlangentanz getanzt. Bin ich froh, dass da keiner ein Fotohandy dabei hatte!

Olaf
Schade eigentlich. Das hätten wir gern gesehen.
Vielen Dank für das Gespräch.

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Olaf Nägele, 2011