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Süßholz für Süßherzen

Das Süßherz der Saison, Januar 2015:
Katrin Medde

Katrin Medde

Foto: Stefan Schwarz
 

Bei Katrin Medde hat alles eine eigene Melodie: Ihre lyrischen Texte, die komplexen Strukturen ihrer Kompositionen, aber auch wenn sie spricht und erst recht, wenn sie lacht. Und sie lacht oft, die 29-jährige Multiinstrumentalistin, die sich selbst als „positiv eingestellter, fröhlicher Mensch, gesegnet mit einer wundervollen Kindheit und Familie und mit tollen Freundschaften drum herum“ sieht. Da mag es zunächst wie ein Kontrast wirken, dass ihre Lieder meist von einem Hauch von mollastiger Harmonie durchweht werden. „Ich traue mich mit der Musik in Sphären, die ich so nicht erlebt, aber von denen ich gehört oder sie mit Freunden mitgefühlt habe. So habe ich festgestellt, dass in der Melancholie eine Stärke liegt, eine tiefe Emotion.“
Genau diese Stimmungslagen sind es, die für Katrin die Basis ihrer Songs liefern. Erst dann kommen Melodie und Text. „Ich sitze dann am Klavier, rede wirres Zeug, mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Und manchmal ist ein Satz dabei, da merke ich: Das wird das Thema von diesem Song oder gehört unbedingt in den Text.“
Die inhaltlichen Ideen haben immer mit dem Leben zu tun. Voraussetzung ist, dass eine Thematik emotional verarbeitet ist. „Alles, woraus ich etwas gelernt habe oder was mich genährt hat, darf vertont werden.“
Alles andere wird aufgeschrieben, um zu einem anderen Zeitpunkt in ein Melodiegewand gepackt zu werden.
Seit 2010 arbeitet sie mit den Musikern Artur Rottmann (Drums, Klavier) und Florian Wenzel (Bass, Klavier und Posaune) zusammen. „Die Musik wäre nicht vollkommen ohne die beiden Jungs“, sagt die Songwriterin. „Sie verstehen es, die Songs mit ihren Geschichten, den Emotionen und meine Stimme in ein ausgeklügeltes Arrangement einzubetten. Dadurch gewinnen sie an Wärme, Zusammenhang und Vollkommenheit.“ Selbst die Lobesworte haben bei Katrin Medde Klang.
Neben ihrem Tun als Soloperformerin und Bandmusikerin, arbeitet die in Bietigheim- Bissingen Geborene als Vocal- und Studiocoach. Sie, die bereits als 12-Jährige selbst Gesangsunterricht nahm, und ihr Know-how an der Popakademie in Mannheim, an der Jazz- und Rockschule Mannheim und nicht zuletzt am Lichtenberger Institut für angewandte Stimmphysiologie erarbeitet hat, sieht im Lehren eine besondere Herausforderung. „Lehrer sein heißt, auffangen und individuell gestalten zu können.“ Dazu gehört, die richtigen Fragen zu stellen. Um was geht es in dem Song? Wie fühlt sich das an? Was soll am Ende zu hören sein?
Und wie sehen nun die nächsten Ziele aus? Zunächst wird getourt, dann geschrieben, im Herbst 2015 gibt es eine CD in Kooperation mit der Märchenerzählerin Nicole Schneider und im Winter kommt eine Instrumental-CD von Katrin Medde heraus. Aber da gibt es noch ein Ziel, ein übergeordnetes: „Mein Ziel ist es, immer in der Leidenschaft für Musik zu bleiben und nie in die verhängnisvolle Frage zu rutschen, ob es langt. Denn es langt immer, es braucht nicht viel: Nur die Glückseligkeit und die Liebe für das, was man macht.“
Mehr zu Katrin Medde unter katrinmedde.de

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Olaf Nägele, 2011